Grüner Tipp vom Spezialisten für Gartenpflege

Immer öfters stelle ich bei Pflegarbeiten in Gärten unserer Kunden Schäden an Buchsbäumen fest. Der Grund ist eine Pilzkrankheit. Sie verursacht ein Triebsterben in Verbindung mit Blattflecken an Buxus. Der Pilz heißt Cylindrocladium buxicola (Cylindrocladium-Triebsterben), ein erst im Jahre 2002 als eigenständige Art identifizierter Erreger. Zu seinen Wirtspflanzen gehört u.a. Buxus sempervirens (insbesondere die Sorte Suffruticosa), B. microphylla und andere Buxus-Arten. Der Erreger tritt bisher insbesondere in Westeuropa und Neuseeland auf. Die Symptomatik ist differenziert zu betrachten: Junge Blätter besitzen orange-braune Flecken mit dunklem Rand, ältere Blätter hingegen einheitlich braune Flecken, die je nach Befallsstärke auch rasch zusammen fließen und so größere Teile der Blattspreite einnehmen können. Infizierte Triebe besitzen dunkle, nahezu schwarze Streifen auf der Rinde, die sich von unten nach oben weiter ausdehnen. In der Summe kommt es zum (teilweise massiven) Blattfall und Triebsterben.

Die optimalen Wachstumsbedingungen des Pilzes liegen bei 25°C, höhere Temperaturen führen zu einem drastischen Einbruch; ein anhaltend heisser Sommer sollte dem Pilz somit eher abträglich sein und sein Auftreten deutlich mindern. Auf Grund des feuchten Sommers in diesem Jahr mit großen Feuchteperioden von 5- 7 Stunden tritt diese Pilzkrankheit gehäuft auf. Ein großes Problem ist zudem, dass zu den im Jahresverlauf gebildeten Sporen (die der Verbreitung im Bestand dienen) offenbar auch mikroskopische Dauersporen ausbildet (Chlamydosporen), die für eine mehrjährige Überdauerung sorgen können.

Unsere Erfahrungen haben wir in folgenden Pflege- und Vorbeugemaßnahmen zusammengefasst

Leider gibt es bis jetzt noch keine Möglichkeit den Pilz effektiv zu behandeln um eine dauerhaftes Ausbreiten zu verhindern. Wichtig ist sauberes Arbeiten mit den Buxus, auch wenn die Pflanzen gesund sind.

Der erste Schnitt sollte erst ab Ende Juni erfolgen, damit die Triebe soweit ausgehärtet sind, um einen guten Schnitt zu erreichen. Schneiden Sie nicht an zu heißen Tagen, um einen "Sonnenbrand" zu vermeiden. Die besten Monate für den Schnitt sind die Monaten ohne `R` im Namen, das heißt in den Monaten von Mai - August.

Geräte und Werkzeuge, sowie die Schuhe sollten nach Gebrauch gründlich gereinigt werden. Nach jedem Schnitt der einzelnen Pflanzen müssen die verwendeten Werkzeuge desinfiziert werden.

Es ist wichtig, die geschnittenen Triebe und Blätter komplett zu entfernen. Auch Staunässe und das Wässern über die Blätter sollte vermieden werden.

Bei Auftreten des Pilzes

Leider gibt es bis jetzt noch keine 100%ige Möglichkeit den Pilz zu bekämpfen, da dies auch stark von der vorhandenen Witterung abhängig ist. Wichtig ist bei Befallsbeginn alle befallenen Blätter komplett zu entfernen. Diese dürfen nicht in die Bio-Tonne und in den Kompost gegeben werden. Ein regelmäßiges Spritzen mit Fungizid-Mitteln verhindert das weitere Ausbreiten des Pilzes. Es muss darauf geachtet werden, das Mittel zu wechseln, um keine Resistenz des Pilzes zu erreichen.

Der Bio-Tipp

Grundlegend ist, den Boden locker, luftig und kalkig zu halten, das über Jahre. Zur Düngung empfehlen wir Hornspäne. Bei einem trockenen Sommer, bei Temperaturen über 30 Grad, stirbt der Pilz ab.

Sofortmaßnahmen: Bepudern Sie die Stelle mit ultrafeinem Gesteinsmehl (Urgesteinsmehl). Es zieht das Wasser weg, schätzt das Blatt, nimmt die Säure des Regens und wirkt Fäulnisprozessen entgegen. Im Feuchten haftet es recht gut und ist eine optimale Bodenverbesserungsmaßnahme. Der Nachteil ist rein ästhetischer Natur.

Pilzstelle, die man mit Lavendelzweigen aussteckt, genesen besser. Im Übrigen ist Lavendel aufgrund seiner merklich fungiziden Wirkung als Begleitpflanze ideal. Eine getopfte Lavendelkugel oder ein Stämmchen kann auch für einige Monate direkt an befallene Buchsformen gestellt werden.

Verbessern Sie den Boden und pflegen Sie die Wurzeln. Beseitigen Sie Staunässe durch Drainage oder Lockerung mittels Bimskies und Sand.. Buchs sollte helle bis weiße Wurzeln haben. Auch ein Anheben des Ballens mittels Grabgabel kann ein Bodenlüftung bewirken. Ein Absinken des pH-Wertes unter 4 schädigt direkt die Wurzeln. Ein pH-Wert von 7 sollte angestrebt werden, dies ist durch regelmäßiges Kalken zu erreichen.

Ihr Jürgen Schneider,

Vorarbeiter Landschaftsgärtner, Spezialist für Teich- und Gartenpflege

Vom Pilz befallener Buchsbaum:

Gesunde Buchsbäume

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