Landschaftsgärtner Jürgen Schneider im Beratungsgespräch mit einer lieben Kundin im Erlebnisgarten

Gartentrends

Gartentrends 2017

Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen den nahenden Frühling ankündigen, ist es wieder so weit: Alle wollen in den Garten, ihm mit Spaten, Schere und Rechen endgültig den Winter austreiben, dem ersten Grün beim Sprießen zusehen, säen, umgraben, pflanzen. Aber auch sitzen, entspannen, um- und neugestalten. Und wie jedes Jahr um diese Zeit taucht die Frage auf: Was gibt’s Neues rund ums Thema Garten?

„Zurück zur Natur“ heißt der Langzeittrend, der weiter Kreise zieht. Ob am Zeitschriftenregal oder bei Lebensmitteln: Immer mehr Menschen interessieren sich für Themen rund ums Landleben. Eine Entwicklung, die auch vor der Gartengestaltung nicht haltmacht. „Während in den letzten Jahren der Fokus auf architektonischen und designorientierten Gestaltungselementen lag, setzt sich in diesem Jahr der naturhafte Garten mehr und mehr durch“ weiß Alexander Jehle. Der Gartengestalter aus München ist Mitglied der Gärtner von Eden, eines genossenschaftlichen Zusammenschlusses von Gartengestaltern, die sich auf Planung, Anlage und Pflege anspruchsvoller Privatgärten spezialisiert haben.

Die aktuelle Hinwendung zu mehr Natürlichkeit heißt, dass statt akkurat gestutzter Formgehölze individuelle und urwüchsige Formen gefragt sind. „So wird beispielsweise der alte Obstbaum mit charaktervollem Stamm aus Omas Zeit zum gestalterischen Mittelpunkt des Gartens“, erklärt Alexander Jehle.

Farbenspiele                                                                                                                  

Zarte Pastelltöne wie Lila und Rosa sind gefragter denn je. Während in den letzten Jahren immergrüne Gewächse auf dem Vormarsch waren, halten üppig blühende Zier- aber auch Nutzpflanzen wie Katzenminze, verschiedene Salbeiarten oder Zierlauch Einzug in den Garten. Doch es gibt auch Farben, die auf der Beliebtheitsskala vieler Gartenbesitzer weit unten rangieren. „Die Farbe Gelb wird in letzter Zeit auffällig wenig nachgefragt“, bemerkt der Gärtner von Eden. „Außer im Frühling, dort sind zum Beispiel Narzissen ein gern gesehener Gast in vielen Gärten.“ 

Natürlich nützlich                                                                                                 

Einen ganz besonders großen Reiz übt auch weiterhin der eigene Nutzgarten aus – ein Trend, den die Gärtner schon seit einiger Zeit beobachten. In immer mehr Ziergärten wird möglichst harmonisch ein kleiner Nutzgarten integriert, der mit Radieschen, Rotkohl und Co. bestückt ist. Mediterrane Kräuter in Terrassennähe sind jederzeit griffbereit, verbreiten einen wunderbaren Duft und verfeinern Küchenkreationen. Die Freude, Früchte beim Wachsen und Reifen zu beobachten, steht dabei im Mittelpunkt. Und Familien mit Kindern zeigen ihrem Nachwuchs ganz nebenbei, dass ein Salatkopf in der Erde und nicht im Supermarktregal wächst.

Mangold, Tagetes und Borretsch in Kübeln und Kästen machen auf Balkon oder Terrasse Lust auf Selbstgeerntetes. Mit ihrer Blattfärbung oder essbaren Blüten sind sie nicht nur dekorativ und damit ein echter Hingucker sondern auch schmackhaft.

Viel Auswahl                                                                                                                         

Der Trend von großformatigen Beton- und Natursteinplatten für Terrassen, Treppen und Wege ist nach wie vor ungebrochen. „Große Platten sorgen im Garten für Ruhe und Großzügigkeit“, betont Alexander Jehle. Doch bei der Materialauswahl erkennt der Gärtner von Eden eine Trendwende. Was bisher im Innenbereich seinen festen Platz hatte, findet jetzt auch im Garten Einzug: keramische Platten. „Keramikplatten sind farbecht, dabei kratzfester, unempfindlicher gegen Schmutz sowie widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse als Natursteine oder Betonplatten“, weiß Alexander Jehle. „Außerdem sind sie sehr leicht und kommen mit einer geringeren Aufbauhöhe aus.“  Auch das Thema Holz spielt bei der Materialauswahl in diesem Jahr eine große Rolle. Ob gewachst oder thermobehandelt, Douglasie oder Lärche: Hölzer mit glatten Oberflächen erobern 2017 das grüne Wohnzimmer. Doch egal für welches Material man sich bei der Gartengestaltung auch entscheidet: Nur eine fachgerechte Verlegung vom Profi garantiert handwerklich einwandfreie Ergebnisse, an denen man sich langfristig erfreuen kann.

Draußen zu Hause                                                                                            

2017 entwickelt der Garten sich weiter zum Ganzjahres-Erlebnis-Raum und wird entsprechend ausgestattet. Das betrifft besonders das Thema Essen: Bei der Zubereitung unter freiem Himmel werden – neben immer größeren und ausgereifteren Grills – hochwertige Outdoorküchen beliebter. „Mit individuellen, auf die Bedürfnisse des Gartenbesitzers ausgerichteten Außenküchen verlagert sich das Leben in allen Jahreszeiten nach draußen, sodass der Garten zum Treffpunkt von Familie und Freunden wird“, weiß der Gärtner von Eden. „Hier kann man in geselliger Runde das gemeinsame Essen an der frischen Luft zubereiten und bis in die späten Abendstunden gemütlich zusammensitzen.“

Individuelles Gartenglück                                                                                   

„In Bezug auf den Garten wird es in der heutigen Zeit zunehmend schwieriger, den Trend schlechthin auszumachen“ bringt Alexander Jehle es auf den Punkt. Denn gefragt ist, was zu den individuellen Wünschen und Bedürfnissen des Gartenbesitzers passt. Und mit den sich über die Jahre ändernden Ansprüchen entwickelt sich auch der Garten stetig weiter. Denn: So einzigartig wie die Persönlichkeit, soll auch der Garten sein. Und diese Tatsache passt auch zum letzten Trend, den die Gärtner von Eden seit einiger Zeit beobachten. „Immer mehr Gartenbesitzer lassen zu einem speziellen Anlass wie zum Beispiel Geburt oder Hochzeitstag einen Baum pflanzen“, erklärt der Gartengestalter. „Damit hat man eine lebende Erinnerung an einen ganz besonderen Moment in seinem eigenen Garten.“ 

NEUES & TRENDS

Was gibts Neues 2014?

Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen den kalten Winter vertreiben, ist es wieder so weit: Die Gartensaison beginnt. Mit dem Frühling stellt sich auch immer wieder die Frage: Welche Gartentrends hat das neue Jahr zu bieten? Die Gärtner von Eden sind dieser Frage auf den Grund gegangen und zeigen die Gartentrends des Jahres 2014 auf.

Das Gartenjahr steht voll und ganz im Zeichen der Pflegeleichtigkeit. Denn wer einen Garten besitzt, möchte in der Regel nicht nur in ihm arbeiten, sondern seine Schönheit auch in voller Pracht genießen. Kaum ein Hobbygärtner hat das ganze Jahr über Lust, Unkraut zu jäten oder Hacke und Spaten zu schwingen. Aus diesem Grund legen immer mehr Gartenbesitzer Wert auf einen pflegeleichten Garten und damit auch auf eine arbeits- und zeitsparende Gartentechnik. Der Rasenmäher-Roboter beispielsweise mäht und pflegt die heimische Grünfläche selbstständig. Er sorgt mit seiner perfekten Schnittleistung nicht nur für Zeitersparnis, sondern eignet sich auch hervorragend für den Rasenschnitt während des Urlaubs.

Ein besonderes Augenmerk liegt bei vielen Gartenbesitzern zunehmend auf pflegeleichten Pflanzen. Dazu zählen langsam wachsende Gehölze und immergrüne Pflanzen wie der japanische Blumenhartriegel, die Zierkirsche oder der Ahorn. Als Solitäre sind sie nicht nur echte Hingucker, sondern entwickeln im Alter auch ihren eigenen, unverwechselbaren, Charakter.

Dahin geht die Gartenreise 2013

Alle wollen in den Garten, ihm mit Spaten, Schere und Rechen endgültig den Winter austreiben, dem ersten Grün beim Sprießen zusehen, säen, umgraben, pflanzen. Aber auch sitzen, entspannen, um- und neugestalten. Und wie jedes Jahr um diese Zeit taucht die Frage auf: Was gibt’s Neues rund ums Thema Garten? 

Das Schöne am Garten ist: Er muss nicht jedes Frühjahr neu erfunden werden, Im Gegenteil. Er steht für Sicherheit und Langlebigkeit und es lässt sich meist auf dem aufbauen, was in den Vorjahren bereits gewachsen ist.“ Doch liegt es ebenso im Wesen der Natur und damit auch des Gartens, dass hier eine stetige Weiterentwicklung stattfindet. Und natürlich wissen auch Profis, dass es den Gartenbesitzer nach den Monaten des winterlichen Stillhaltens mit Macht nach draußen zieht. So ist es ganz natürlich, dass sich alle Jahre wieder die Frage stellt: Wohin geht die Reise in Sachen Garten? Die Gärtner von Eden haben auch 2013 einige interessante Antworten parat.

Klein aber mein

Grundsätzlich steigt die Sehnsucht nach dem eigenen Garten weiter, auch wenn es gerade junge Familien zurück in die Stadt zieht. Da dort Baugrund rar und teuer ist, werden die Gärten immer kleiner. „Da heißt es bei der Gestaltung, sich auf das Wesentliche zu beschränken und sich auf ein Thema zu konzentrieren“, rät deshalb Gartengestalter Alexander Jehle. So können seiner Erfahrung nach wunderbar intime Wohngärten mit Wohlfühlgarantie entstehen. Kleine Grundstücke kommen im Übrigen auch dem immer stärker werdenden Wunsch nach Pflegeleichtigkeit entgegen. Doch nicht nur deswegen halten vermehrt Hochbeete – egal ob aus Holz, Flechtwerk oder Sichtbeton – Einzug in die Gärten. Sie werden zum eigenständigen Gestaltungselement.

 Im Übrigen sind es bei weitem nicht nur die Jung-Häuslebauer, die es in den Garten zieht. Eine stetig wachsende Gruppe unter den Gartenenthusiasten sind die so genannten Bestager – und das nicht nur wegen des demographischen Wandels. Nach dem Eintritt in den Ruhestand entdecken viele Menschen ihre Gärten wieder und kultivieren sie als kreatives und entspannendes Hobby.

Außerdem wünschen sich Gartenbesitzer vermehrt das, was bei Immobilien „löffelfertig“ heißt: „Bei Inbesitznahme des Gartens soll alles fertig sein, die Hecken dicht, die Bäume groß und die Terrasse möbliert – Convenience für den Garten gewissermaßen“, beschreibt Gartengestalter Alexander Jehle einen weiteren Trend. „Zu diesem Streben nach Perfektion passt auch, dass immer mehr Bauherren einsehen, dass Immobilie und Garten möglichst gemeinsam geplant und gebaut werden sollen. Dann lassen sich Synergien auf der Baustelle nutzen und Haus und Garten optimal aufeinander abstimmen.“

Zurück zur Natur

Nicht nur in den Zeitschriftenregalen findet eine Rückbesinnung auf traditionell Ländliches statt. Auch bei der Gartengestaltung werden die Formen wieder runder, die Materialien ursprünglicher und die Pflanzungen vielfältiger. „Naturgärten sind sehr gefragt“, bringt es Jehle auf den Punkt. Der lange vorherrschende architektonische Purismus bekommt  also Gesellschaft. Dabei hat die neu erwachte Liebe zum Natürlichen viele Facetten: Holz, Stein und auch Pflanzen mit regionaler Herkunft stehen bei Gartenbesitzern hoch im Kurs und damit auch das Thema Nachhaltigkeit. Aus Sicht des Edengärtners eine absolut begrüßenswerte Entwicklung, denn „wer auf regionale Produkte setzt, kann nachvollziehen, unter welchen Bedingungen sie auf den Markt kommen und vermeidet lange Transportwege.“

Lecker Eigenproduktion

Was sich in den vergangenen Jahren schon in den bescheidenen Dimensionen eines Naschgartens angebahnt hat, bekommt zunehmend mehr Raum: der Nutzgarten. „Viele Gartenbesitzer haben mit ein paar Quadratmetern geübt, wie das denn so geht mit Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten und dabei Blut geleckt“, so die Einschätzung des Profis. „Die Nutzgärten werden wieder größer, aber immer fein eingebettet in den Ziergarten.“ Gartenbesitzer entwickeln sich immer mehr zu Gourmets, die neugierig auf den Geschmack alter Obst- und Gemüsesorten sind und ihre Küchenkreationen mit einer Vielzahl von selbst angebauten Kräutern verfeinern.

Und selbst, wer nur einen Balkon hat, freut sich über Topftomaten und Salat aus dem Blumenkasten. Dazu gehört auch ein neu erwachtes Vergnügen am Weiterverarbeiten der eigenen Ernte. Die wird eingekocht und eingekellert. Geschenke aus dem eigenen Garten stehen hoch im Kurs, denn persönlicher geht’s kaum.

Doch auch ganz frisch kommt Selbstgeerntetes verstärkt auf den Tisch – und das am liebsten direkt im Garten. Daniel Jahle: „Wenn es die Witterung zulässt, verlagert sich das Leben mit Freunden und Familie immer mehr nach draußen. Entsprechend wichtiger wird die passende Ausstattung für den Garten: ein großer Esstisch für die Terrasse, großflächiger Sonnenschutz, ein zweiter geschützter Sitzplatz, ein guter Grill oder sogar eine fest installierte Außenküche lassen den Garten endgültig zum vollwertigen Heim für die warme Jahreszeit werden.“

Es muss nicht immer Rasen sein

Gräser sind die neuen Pflanzenlieblinge im Garten. „Sie passen je nach Kombination zu jedem Gartentyp, kommen bei guter Sortenwahl mit nahezu allen Standorten zurecht und bringen durch ihren filigranen Wuchs eine wunderbare Leichtigkeit ins Beet“, fasst [Vorname Nachname] die Vorzüge zusammen. „Das klassische Staudenbeet bekommt durch Gräser außerdem eine moderne Note. Darüber hinaus sind sie echte Ganzjahresattraktionen, denn im Herbst setzen sie spannende Farbakzente und im Winter machen Schnee und Raureif sie zu frostig schönen Skulpturen.“

Zum Naturgartentrend passt außerdem, dass wieder vermehrt Farbe Einzug in den Garten hält. Staudenbeete leuchten selbstbewusst in intensiven Farben und auch bei Gartenmöbeln und Polstern darf es gern farbenfroh werden.

Nachhaltigkeit auf dem Vormarsch

Den Trend zum Garten als Erweiterung des Wohnzimmers haben Gartenmöbelhersteller längst aufgegriffen. Immer wohnlicher werden die Outdoor-Möbel: Sessel, Sofas und ganze Sitzecken aus Holz mit üppigen Polstern werden fest im Freien installiert und halten Einzug auf den Terrassen. Hierbei setzt sich auch im Jahr 2014 ein Trend fort und zwar das zunehmende Bewusstsein für regionale und nachhaltige Materialien, so das Mitglied der Gärtner von Eden. Mit Outdoor-Küchen verlagert sich das Leben in allen Jahreszeiten nach draußen, sodass der Garten zum Treffpunkt von Familie und Freunden wird.

Weg mit der Gießkanne

Ein weiterer starker Trend im Jahr 2014: Bewässerungssysteme. Ob Tropfbewässerung für Staudenbeete, ein ausgeklügeltes Sprinklersystem für den Rasen oder eine vollautomatische Urlaubsbewässerung: Professionelle Bewässerungssysteme sind effektiv und reduzieren den Wasserverbrauch. Gartenbesitzer sparen mit einer klugen Bewässerungsanlage nicht nur bares Geld, sondern auch wertvolle Zeit, die sie nutzen können, um die eigene grüne Oase in vollen Zügen zu genießen.

Verbindung von Funktion und Ästhetik

Das Thema Sichtschutz spielt insbesondere für urbane Gärtner eine immer wichtigere Rolle. Dabei sorgen nicht nur edle Stahlwände oder Elemente aus Holz oder Glas für Intimität im Garten, auch freistehende Spalierbäume wie zum Beispiel Platanen oder Zieräpfel sind ein hervorragender natürlicher Sichtschutz und bieten eine interessante Möglichkeit, um sich vor neugierigen Blicken der Nachbarn zu schützen. Der Tipp vom Profi: neben ihrer Funktion als ästhetisches Designobjekt können frei stehende Spalierbäume als Raumteiler im Garten dienen, etwa anstelle einer Hecke, einer Mauer oder eines Zauns. So verleihen sie dem Garten nicht nur mehr Tiefe, sondern bilden zusätzlich den Rahmen für verschiedene Funktionsräume wie zum Beispiel einen Ruhebereich zum Entspannen oder einen Spielbereich für Kinder.

Von der Hand in den Mund

Einen ganz besonders großen Reiz übt auch im Jahr 2014 wieder der eigene Nutzgarten aus. In immer mehr Ziergärten wird möglichst harmonisch ein kleiner Nutzgarten integriert, der mit Radieschen, Rotkohl und Co. bestückt ist. Die Freude, Früchten beim Wachsen und Reifen zu beobachten, steht dabei im Mittelpunkt. Und Familien mit Kindern zeigen ihrem Nachwuchs ganz nebenbei, dass ein Salatkopf in der Erde und nicht im Supermarktregal wächst. Aber auch ein Nutzgarten muss pflegeleicht sein. Dabei hängt die Pflegeintensität einerseits von der Gartengröße, andererseits aber auch von der gewählten Bepflanzung ab. Mehrjährige Kräuter fordern weniger Aufmerksamkeit als Gemüsesorten. Für das Anbauen von Kräutern oder einen kleinen Naschgarten eignen sich zudem Hochbeete. Diese verschaffen den Pflanzen einen besonderen Auftritt, sind leicht und bequem zu pflegen und versprechen aufgrund eines ausgeklügelten Schichtsystems im Inneren gute Erträge.

Wer die Gartentrends 2014 beherzigt, kann durch eine geschickte Auswahl an Pflanzen und mit technischen Raffinessen den Pflegeaufwand eines Gartens so verringern, dass mehr Zeit für entspannte Stunden im Grünen bleibt.

Was sind die Trends der kommenden Gartensaison?

Und die Antwort kann nur lauten: Eigentlich ist der Garten selbst der Trend – der Megatrend sogar. Denn in den vergangenen Jahren hat die Lust am eigenen Fleckchen Grün unaufhaltsam zugenommen, und ein Ende ist nicht abzusehen. Zu pflanzen, zu mähen, zu säen oder einfach draußen zu entspannen, sich an der unendlichen Vielfalt der Farben und Formen und Düfte der Natur zu erfreuen, zieht immer mehr Menschen in den Bann. Aber natürlich gibt es auch 2015 Neues, um das grüne Refugium wieder anders und noch schöner erblühen zu lassen:

Draussen leben

Eins steht fest: Das Leben verlagert sich noch mehr nach draußen. War bislang vom Garten gern als dem Freiluftwohnzimmer die Rede, gilt 2015: Man lebt im Freien – und das so viel wie möglich. Alle Bereiche des Hauses finden nunmehr ihre Entsprechung im Garten. Wohnen, essen, kochen, duschen – das und mehr wollen Menschen in ihrem Garten tun. „Umso wichtiger wird eine gute Gartengestaltung“, betont Alexander Jehle. Der Gartengestalter gehört mit seinem Betrieb in München zu den Gärtnern von Eden, einem genossenschaftlichen Zusammenschluss von Gartenprofis, die sich auf Planung, Anlage und Pflege anspruchsvoller Privatgärten spezialisiert haben und im Dienste ihrer Kunden das Ohr stets ganz nah am Puls der Gartenzeit haben. Für Jehle ist bei allen angebotenen Ausstattungselementen wichtig: „Der Garten soll weiterhin Naturraum sein, in den aber immer mehr Elemente integriert werden, die sich alle zu einem möglichst harmonischen Ganzen verbinden sollen.“ Wenn das gelingt, steht einer Verlagerung des Lebens nach draußen nichts im Wege. Dank Gartenbeleuchtung, beheizbarer Markisen oder überdachter Sitzplätze lässt sich übrigens die Gartenzeit in die Abend- und Nachtstunden und sogar bis weit in den Herbst ausdehnen, sodass das Leben sich noch mehr als bisher unter freiem Himmel abspielen kann. Und damit ist auch schon der nächste Trend benannt: Der Garten entwickelt sich weiter zum Ganzjahres-Erlebnis-Raum und wird entsprechend aufgerüstet. Dazu passt auch die neu erwachte Liebe zum offenen Feuer: Neben fest installierten Außenkaminen sind es mobile Lösungen – und da vor allem hochwertige Feuerschalen –, die Herzen und Körper wärmen. Also nur die Tatsache, dass die Temperaturen sinken, hält die Menschen nicht mehr im Haus.

Gut eingerichtet

Auch bei der Gartenmöblierung zeigt sich der Trend zum Wohnlichen. Polstermöbel, die so oder so ähnlich auch in jedem Wohnzimmer eine gute Figur machen würden, erobern zunehmend die Gärten. Hilfreich bei diesem Siegeszug: neue Materialien für Polster und Bezugsstoffe, die Regen und Sonne trotzen und die Loungeecke nach einem Schauer gleich wieder nutzbar machen.

„Neben dem reinen „Wohnen“ spielt auch das Thema Essen im Garten eine immer größere Rolle“, prognostiziert der Gartenexperte. Bei der Zubereitung unter freiem Himmel sind natürlich nach wie vor Grills gefragt, wobei hier deutlich ein Trend zu „immer größer, immer ausgereifter und immer schicker“ zu erkennen ist. Aber auch Outdoorküchen bleiben beliebt. Das Säen und Ernten spielt sich für die allermeisten Gartenbesitzer aufgrund des limitierten Platzes und mangelnder Zeit vor allem in kleineren Hochbeeten oder Pflanzgefäßen ab, ist aber aus kaum einem Garten noch wegzudenken. „Man will Lebensmitteln beim Wachsen zusehen, muss sich aber nicht selbst versorgen“, bringt Alexander Jehle die Anbaukultur des Jahres 2015 auf den Punkt. Und: „Waren es bislang vor allem Küchenkräuter, die unter der Überschrift Essbares in den Gärten Einzug hielten, freut man sich zunehmend auch über die eine oder andere Gurke, Paprika oder Tomate aus dem eigenen Garten.“ Gerade bei den Paradiesäpfeln zeigt sich auch die Freude am Naschen im Garten. Der Experte empfiehlt: „Sorten mit vielen, kleinen Früchten sollen nicht satt, sondern einfach im Vorbeigehen glücklich machen und das sinnliche Erleben im Garten fördern.“

Pflanzentrends

Schwer im Kommen sind Spaliere. Und das aus gutem Grund, weiß Edengärtner Alexander Jehle: „Sie tragen dem Wunsch nach einer Art Hausbaum Rechnung und lassen sich auch auf immer kleiner werdenden modernen Grundstücken gut handhaben. Vertikal erzogen sparen sie nicht nur Platz, sondern schützen Grundstücke in dicht bebauten Gegenden auch noch vor neugierigen Blicken von oben.“

Da das Thema Pflegeleichtigkeit immer noch ganz oben auf der Wunschliste steht, empfehlen Experten wie Jehle Solitäre wie Blumenhartriegel, die keinen Schnitt benötigen. Mehr Aufmerksamkeit bekommen Pflanzen mit all ihren Details, also nicht nur Blatt und Blüte, sondern zum Beispiel auch Rindenstruktur wie etwa beim Zimt-Ahorn. Damit verlängert man ebenfalls die Attraktivität des Gartens in die kalte Jahreszeit hinein. Deshalb erfreuen sich auch Herbstfärber immer größerer Beliebtheit. Der Boom der Gräser setzt sich fort. Farblich geht es 2015 vor allem stilvoll-ruhig zu. Kombinationen wie Grün und Weiß liegen im Trend, einzelne Farbhighlights zwischen Naturtönen ebenfalls.

Zugegeben, bis zum Start der neuen Gartensaison dauert es noch ein Weilchen. Aber das ist ja kein Grund, sich nicht jetzt schon einmal damit zu beschäftigen, was sich demnächst in unseren Gärten tun könnte. Die Gärtner von Eden wagen eine Prognose, was 2016 im grünen Wohnzimmer angesagt sein könnte.

Eigentlich ist der Garten der denkbar schlechteste Ort, um über Trends zu philosophieren, denn Trends im landläufigen Sinne sind etwas recht Kurzlebiges. Der Garten hingegen bezieht seinen Reiz und seinen Wert für den Menschen nicht zuletzt aus seiner Langlebigkeit. Damit läuft ein Garten der ständigen Jagd nach Neuem also eigentlich zuwider – und genau das macht ihn selbst so trendy. Denn das Gärtnern an sich bleibt auch 2016 angesagt. Das steht fest bestätigt Wendelin Jehle von Schleitzer Gärtner von Eden aus München. In einer sich scheinbar immer schneller drehenden Welt suchen und brauchen die Menschen einen Anker, einen Ort, der für Beständigkeit, Verlässlichkeit und Vertrautheit steht. Der Garten ist und bleibt Refugium und Kraftstation, aber auch der Ort, an dem man liebe Menschen um sich versammelt, ungezwungen und ungestört genießt.

Hier wird deutlich: Die Beziehung der Menschen zu ihrem Garten ist immer Reaktion auf gesellschaftliche Entwicklungen, und mit dem Wandel des gesellschaftlichen Umfelds entwickelt sich auch der Garten weiter.

Naturnähe
Gerade in Ballungsräumen werden freie und damit auch grüne Flächen immer rarer. Als Ausgleich dafür, dass die Natur im Alltag vieler Menschen eine immer geringere Rolle spielt, kommt die Natürlichkeit zurück in die Gärten. Das heißt, akkurat gestutzte Formgehölze oder auch kunstvoll gezogene Gartenbonsais verlieren bei der Gartengestaltung an Bedeutung. Stattdessen sind urwüchsige und individuelle Formen gefragt. Es muss nicht mehr ein Baum wie der andere aussehen, sondern das Bewusstsein für die Einzigartigkeit einer jeden Pflanze stellt sich allmählich wieder ein meint Wendelin Jehle Landschaftsgärtnermeister aus München. Knorrige alte Bäume werden zum gestalterischen Mittelpunkt einer Pflanzung und fast wie ein Kunstwerk inszeniert.

Zur Rückbesinnung auf natürliche Formen gehört auch die Freude an oft bunten und scheinbar ungeordneten Pflanzgesellschaften, die in Wahrheit aber fein durchkomponiert sind, denn diese Freude möchte der Gartenbesitzer möglichst lange genießen und das heißt: Staudenbeete müssen fachkundig zusammengestellt werden, um während der gesamten Vegetationsperiode ansprechende Gartenbilder zu liefern. Sehr gefragt: ein passend zur Jahreszeit wechselndes Farbenspiel im Beet.

Eine Auswirkung der wachsenden baulichen Verdichtung ist auch, dass Balkon oder Dachterrasse die Rolle des klassischen Gartens übernehmen. Hier entstehen im Kleinformat individuelle grüne Oasen, bei denen man auf nichts zu verzichten braucht. Die Ausstattungsdetails reichen vom Miniteich bis zur passend dimensionierten Sitzecke. Hochwertige Pflanzgefäße unterstreichen den wohnlichen Charakter.

Geselligkeit
Längst ist der selbst gewählte Freundeskreis die Gesellschaft, in der sich die meisten Menschen am wohlsten fühlen. Natürlich spielt auch die eigene Familie nach wie vor eine große Rolle, doch man kommt am liebsten in großer Runde und in privat-vertrauter Atmosphäre zusammen. Dafür ist der Garten der ideale Ort. Entsprechend entwickelt sich die Ausstattung für das Grundstück immer mehr zum Spiegel der Hauseinrichtung. Der Bereich, in dem sich hier derzeit am meisten tut, ist die Küche. Gut ausgestattete Outdoorküchen finden immer mehr Anhänger. So wie jede gute Party im Haus irgendwann in der Küche ihren Höhepunkt erreicht, hat auch die Außenküche das Potential, zum Anziehungspunkt für große Runden zu werden. Hier kann man gemeinschaftlich unter freiem Himmel das Essen zubereiten, sich am Kaminfeuer wärmen und einfach entspannt zusammenstehen.

Die eigene Ernte
Die Rückkehr des reinen Selbstversorgergartens wird es wohl nicht geben sagt Wendelin Jehle. Gleichwohl spielt die eigene Ernte eine nicht unwesentliche Rolle bei der Pflanzenauswahl für Garten und Balkon. Schon allein das Wissen darum, dass der Apfel aus dem eigenen Garten stammt, macht ihn ungleich leckerer als den aus dem Supermarkt. Außerdem hat man hier die Chance, wirklich schmackhafte Sorten zu entdecken – abseits vom 0815-Ganzjahresangebot des Handels. Nutzpflanzen machen eine gute Figur in Hochbeeten aus den unterschiedlichsten Materialien. Das erleichtert die Pflege und sieht gleichzeitig schön aus. Auf diese Weise holt man sich auch über den leiblichen Genuss ein wenig Naturnähe zurück in den Alltag.

Wasser
Kein anderes Element hat eine derartige Wirkung auf den Menschen wie das Wasser behauptet Wendelin Jehle von den Gärtner von Eden. Kein Wunder also, dass auch in der Gartengestaltung das Thema „Wasser im Garten“ immer wichtiger wird. Vollkommen unabhängig von Garten- und Budgetgröße: Ein Wasserelement ist ein Muss. Wer es sich leisten kann und den Platz hat, setzt auf die eigene Schwimmgelegenheit – am liebsten in natürlich aufbereitetem Wasser. Aber auch in kleinen Gärten oder auf dem Balkon sorgen individuell gestaltete Wasserspiele mit sanftem Plätschern für Entspannung.