Raupen-Alarm im Vorgarten und Städten

Die haarigen Raupen des Eichenprozessionsspinners sorgen seit einigen Jahren für manche Aufregung. Was kann man tun?

Auch in diesem Jahr wurden in zahlreichen Gärten, in Parks und auf Friedhöfen erste Exemplare der Raupen gesichtet. Mit bösen Folgen für den Menschen: Denn die Nesselhaare der Raupen verursachen bei Hautkontakt einen unangenehmen, juckenden Ausschlag (Nesselsucht) und in Einzelfällen kann es zu weiteren allergischen Reaktionen, insbesondere der Atemwege, kommen. Denn die Haare der Raupen geben bei Berührung das Gift Thaumetopoein frei. Bei Wind können die feinen Haare über weite Strecken getragen werden und in die Atemwege der Menschen geraten. Das führt zu allergischen Reaktionen wie Juckreiz, Schwellungen, sogar zu Asthma oder Bronchitis. Darauf weist der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hessen-Thüringen e.V. (FGL) hin. "Die steigenden Temperaturen im Jahresdurchschnitt vergrößern die Befallsgebiete deutlich, mit einer Tendenz nach Norden und Osten. Trotz des langen und kalten Winters haben besonders in Wäldern große Populationen überlebt, die sich nun wieder in die Innenstädte bewegen", sagt FGL-Präsident Eiko Leitsch. Um Gesundheitsgefahren für die Bürger abzuwenden, haben zahlreiche Städte in den letzten Jahren Parkanlagen sperren lassen und Firmen beauftragt, die Raupen zu bekämpfen. Auch in diesem Jahr gibt es schon einige prophylaktische Einsätze. "Private Grundbesitzer mit Eichenbeständen sollten ihre Bäume deshalb auch von Fachfirmen untersuchen lassen und aufmerksam nach dem Schädling schauen," rät der Experte. "Privatkunden müssen mit Kosten von rund 150 Euro pro behandeltem Baum rechnen, abhängig von der Größe und der Zugänglichkeit der Eichen." Die Raupen schlüpfen in diesen Tagen aus den Eiern. Nach sechs Larvenstadien verpuppen sie sich und werden im Juli schließlich zu Faltern. Diese haben nur wenige Tage Zeit, sich fortzupflanzen und ihre Eier in den Eichen zu deponieren.