Dahin geht die Gartenreise 2013

Alle wollen in den Garten, ihm mit Spaten, Schere und Rechen endgültig den Winter austreiben, dem ersten Grün beim Sprießen zusehen, säen, umgraben, pflanzen. Aber auch sitzen, entspannen, um- und neugestalten. Und wie jedes Jahr um diese Zeit taucht die Frage auf: Was gibt’s Neues rund ums Thema Garten? 

Das Schöne am Garten ist: Er muss nicht jedes Frühjahr neu erfunden werden, Im Gegenteil. Er steht für Sicherheit und Langlebigkeit und es lässt sich meist auf dem aufbauen, was in den Vorjahren bereits gewachsen ist.“ Doch liegt es ebenso im Wesen der Natur und damit auch des Gartens, dass hier eine stetige Weiterentwicklung stattfindet. Und natürlich wissen auch Profis, dass es den Gartenbesitzer nach den Monaten des winterlichen Stillhaltens mit Macht nach draußen zieht. So ist es ganz natürlich, dass sich alle Jahre wieder die Frage stellt: Wohin geht die Reise in Sachen Garten? Die Gärtner von Eden haben auch 2013 einige interessante Antworten parat.

Klein aber mein

Grundsätzlich steigt die Sehnsucht nach dem eigenen Garten weiter, auch wenn es gerade junge Familien zurück in die Stadt zieht. Da dort Baugrund rar und teuer ist, werden die Gärten immer kleiner. „Da heißt es bei der Gestaltung, sich auf das Wesentliche zu beschränken und sich auf ein Thema zu konzentrieren“, rät deshalb Gartengestalter Alexander Jehle. So können seiner Erfahrung nach wunderbar intime Wohngärten mit Wohlfühlgarantie entstehen. Kleine Grundstücke kommen im Übrigen auch dem immer stärker werdenden Wunsch nach Pflegeleichtigkeit entgegen. Doch nicht nur deswegen halten vermehrt Hochbeete – egal ob aus Holz, Flechtwerk oder Sichtbeton – Einzug in die Gärten. Sie werden zum eigenständigen Gestaltungselement.

 Im Übrigen sind es bei weitem nicht nur die Jung-Häuslebauer, die es in den Garten zieht. Eine stetig wachsende Gruppe unter den Gartenenthusiasten sind die so genannten Bestager – und das nicht nur wegen des demographischen Wandels. Nach dem Eintritt in den Ruhestand entdecken viele Menschen ihre Gärten wieder und kultivieren sie als kreatives und entspannendes Hobby.

Außerdem wünschen sich Gartenbesitzer vermehrt das, was bei Immobilien „löffelfertig“ heißt: „Bei Inbesitznahme des Gartens soll alles fertig sein, die Hecken dicht, die Bäume groß und die Terrasse möbliert – Convenience für den Garten gewissermaßen“, beschreibt Gartengestalter Alexander Jehle einen weiteren Trend. „Zu diesem Streben nach Perfektion passt auch, dass immer mehr Bauherren einsehen, dass Immobilie und Garten möglichst gemeinsam geplant und gebaut werden sollen. Dann lassen sich Synergien auf der Baustelle nutzen und Haus und Garten optimal aufeinander abstimmen.“

Zurück zur Natur

Nicht nur in den Zeitschriftenregalen findet eine Rückbesinnung auf traditionell Ländliches statt. Auch bei der Gartengestaltung werden die Formen wieder runder, die Materialien ursprünglicher und die Pflanzungen vielfältiger. „Naturgärten sind sehr gefragt“, bringt es Jehle auf den Punkt. Der lange vorherrschende architektonische Purismus bekommt  also Gesellschaft. Dabei hat die neu erwachte Liebe zum Natürlichen viele Facetten: Holz, Stein und auch Pflanzen mit regionaler Herkunft stehen bei Gartenbesitzern hoch im Kurs und damit auch das Thema Nachhaltigkeit. Aus Sicht des Edengärtners eine absolut begrüßenswerte Entwicklung, denn „wer auf regionale Produkte setzt, kann nachvollziehen, unter welchen Bedingungen sie auf den Markt kommen und vermeidet lange Transportwege.“

Lecker Eigenproduktion

Was sich in den vergangenen Jahren schon in den bescheidenen Dimensionen eines Naschgartens angebahnt hat, bekommt zunehmend mehr Raum: der Nutzgarten. „Viele Gartenbesitzer haben mit ein paar Quadratmetern geübt, wie das denn so geht mit Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten und dabei Blut geleckt“, so die Einschätzung des Profis. „Die Nutzgärten werden wieder größer, aber immer fein eingebettet in den Ziergarten.“ Gartenbesitzer entwickeln sich immer mehr zu Gourmets, die neugierig auf den Geschmack alter Obst- und Gemüsesorten sind und ihre Küchenkreationen mit einer Vielzahl von selbst angebauten Kräutern verfeinern.

Und selbst, wer nur einen Balkon hat, freut sich über Topftomaten und Salat aus dem Blumenkasten. Dazu gehört auch ein neu erwachtes Vergnügen am Weiterverarbeiten der eigenen Ernte. Die wird eingekocht und eingekellert. Geschenke aus dem eigenen Garten stehen hoch im Kurs, denn persönlicher geht’s kaum.

Doch auch ganz frisch kommt Selbstgeerntetes verstärkt auf den Tisch – und das am liebsten direkt im Garten. Daniel Jahle: „Wenn es die Witterung zulässt, verlagert sich das Leben mit Freunden und Familie immer mehr nach draußen. Entsprechend wichtiger wird die passende Ausstattung für den Garten: ein großer Esstisch für die Terrasse, großflächiger Sonnenschutz, ein zweiter geschützter Sitzplatz, ein guter Grill oder sogar eine fest installierte Außenküche lassen den Garten endgültig zum vollwertigen Heim für die warme Jahreszeit werden.“

Es muss nicht immer Rasen sein

Gräser sind die neuen Pflanzenlieblinge im Garten. „Sie passen je nach Kombination zu jedem Gartentyp, kommen bei guter Sortenwahl mit nahezu allen Standorten zurecht und bringen durch ihren filigranen Wuchs eine wunderbare Leichtigkeit ins Beet“, fasst [Vorname Nachname] die Vorzüge zusammen. „Das klassische Staudenbeet bekommt durch Gräser außerdem eine moderne Note. Darüber hinaus sind sie echte Ganzjahresattraktionen, denn im Herbst setzen sie spannende Farbakzente und im Winter machen Schnee und Raureif sie zu frostig schönen Skulpturen.“

Zum Naturgartentrend passt außerdem, dass wieder vermehrt Farbe Einzug in den Garten hält. Staudenbeete leuchten selbstbewusst in intensiven Farben und auch bei Gartenmöbeln und Polstern darf es gern farbenfroh werden.