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Wasserflächen und Wasserspiele fit für den Winter

Der jährliche Winter kommt bestimmt, dabei nimmt Väterchen Frost  auch beim Thema Wasser im Garten keine Rücksicht. Der Winter und die Froststärke kann niemand beeinflussen. Die Frosthärte des zu erstellenden oder zu pflegenden Produkts sei es in Planung , in der Ausführung , sowie in der Auswahl von frostsicheren Materials kann der Mensch durch sein Wissen entgegenwirken.  Deshalb sind durchdachte Maßnahmen zum Frostschutz bereits auch schon in der Planung von Wassergärten notwendig und spätestens im Herbst sind die Frostschutzmaßnahmen  für die Einwinterung  zu beginnen.

Wir fragten Wendelin Jehle Senior Chef von Schleitzer Gärtner von Eden und Präsident der Deutschen Gesellschaft für naturnahe Badegewässer e.V. (DGfnB) in München  über seine Erfahrungen in der Einwinterung von Wassergärten, Wasserspielen, Brunnen, Schwimm und Badeteiche sowie Koiteiche . 

  • Was muss in der Planung von Wasser im Außenbereich berücksichtigt werden um Probleme im Winter zu vermeiden?

In den meisten Gebieten in Deutschland muss man mit einer Frosttiefe von bis zu 80 cm Tiefe rechnen. Der Klimawandel bleibt hier wissentlich unberücksichtigt. Die meisten Wasseranlagen ob Schwimmteich, Springbrunnen und Wasserspiele müssen um Frostschäden  an Leitungen und Pumptechnik zu verhindern im Spätherbst eingewintert  werden.  Ein Großteil von Wasserspielen und Teichanlagen werden nur für den Sommerbetrieb geplant und erstellt. Deshalb ist es wichtig, dass bereits bei der Planung der Technik sowie der Verlauf der Leitungen für die Frostperiode Berücksichtigung finden ,  im besonderen ist es wichtig dass die Einwinterungsproblematik  im späteren Unterhalt so einfach und kostengünstig ausgeführt werden kann.

Gefrorenes Wasser bildet einen kristallinen Festkörper. Das Gewicht von gefrorenem Wasser ist ca. 10 % geringer als das Wasser selbst. Das Eisvolumen hat gegenüber dem Wasser eine Ausdehnung von ca. 10%.  90% des Eisvolumen schwimmt ähnlich eines Eisberges unter Wasser. Diese Ausdehnung des Wassers durch Frost muss in der Planung berücksichtigt werden.  Bei hoher Luftfeuchtigkeit, (gasförmiges Wasser) entstehen durch Minusgrade Eiskristalle,  Wasserhähne, Wasserschieber und Ventile  können so auch ohne Wasserinhalt in den Armaturen zum aufplatzen bringen.

Diese Frostwirkungen und der Einfluss in die Hydraulik zu kennen, ist die Grundlage einer fachgerechten Planung der Becken und Leitungen, die jeden Frost standhalten müssen. Die Elektronik sollte wegen Oxydierung in einem trockenen frostfreien Raum untergebracht werden. Stehendes Wasser gefriert bei  0° C Grad. Fließendes Wasser in Leitungen gefriert bei dauernder Durchströmung bei unseren üblichen Froststärken nicht.  Brunnenanlagen (stehendes Wasser)müssen entleert werden können, da der Eisdruck die Brunnenwände sprengen würde.  Die Entleerung von Becken und Leitungen sollte durch Einbau von Ablasshähnen und Luftventilen möglich sein. Leitungen die nur für den Sommerbetrieb geplant sind müssen nicht in der notwendigen Frosttiefe von mindestens 80 cm verlegt werden, jedoch müssen diese vor Beginn der Frostperiode entleert werden können.  An den Ablassstellen sollte eine Versickerung durch Drän-Kies vorhanden sein.  Alle Leitungen sollten im Bereich der Anschlüsse, Übergänge zu Pumpen und Technik nicht fest sondern verschraubbar, jederzeit abmontierbar erstellt werden. Wir verwenden hauptsächlich flexible druckfeste Flexrohre.

Welche Vorbereitungen und Maßnahmen muss man treffen, um Pumpen, Zuleitungen, Teiche, etc. winterfest zu machen?

Ab Ende Oktober bis Anfang Dezember je nach Verwendung und Nutzen der Wasseranlagen, vor Beginn der Frostperiode  wird die Einwinterung vorgenommen. Die zu entleerenden Leitungen werden mittels Gummipfropfen im Teich abgedichtet, dann wird das Wasser in der Leitung entleert und mit Luftdruck (mittels eines  Luftkompressor) durchgeblasen. Es darf kein Wasser mehr in den Leitungen über den Winter verbleiben. Es gibt Pumpenhersteller die Tauchpumpen bauen, die im Winter auch im Wasser liegen und einfrieren können.  Hier sollte unbedingt auf die Herstellervorschriften geachtet werden. Ich empfehle alle nicht im Winter durchlaufenden Teichpumpen auszubauen, zu reinigen und in einem mit Wasser gefüllten Eimer mit    5 % Essig frostfrei zu lagern. Durch den Essigzusatz löst sich der angesetzte Kalk an den Pumpen wie auch kleine Verkrustungen und Kalkablagerungen im Inneren.

Ganz besondere Sorgfalt bedarf es bei beim Einwintern der Armaturen und Schieber. Diese sollten nach der Leitungsentleerung  halb geöffnet bleiben damit sich z.B. in den Kugelhähnen die Feuchtigkeit entweichen kann und keine Eiskristalle im Schließmechanismus bilden kann.  Skimmerbehälter und Pumpenschächte, in denen das Wasser im Winter verbleiben soll, werden am besten mit Styroporblöcken oder mit Luft gefüllten Fahrrad- oder Schubkarrenschläuchen zusätzlich geschützt. Diese geben dem Eisdruck nach und verhindern so die Sprengkraft des gefrorenen Wassers,  (bzw. bei Ausdehnung den Druck auf die Behälterwand).

Bei Schwimm- und Badeteichen bleibt die Höhe des Wasserstandes auf dem geplanten Teichniveau. Die Folie und der Uferrand sollten vor Erosion und Sonnenlicht und Eis geschützt werden. Dies kann durch ein Blendholz, Kies oder aufgebrachte Substratschicht und Bewuchs erfolgen. Es ist darauf zu achten, dass das auf dem Wasser schwimmende Eis die Folienabdichtung nicht aufschneiden kann.

Die UVC Lichtanlage sollte ausgebaut, gesäubert und trocken eingelagert werden.  Bei geringem Fischbesatz z.B. bei Goldfischen kann auf die Filtrierung des Wassers im Winter ganz verzichtet werden. Der Teichfilter kann komplett trocken gelegt werden. Die Leitungen, die aus dem Teich zur Filtertechnik oder zum Bachlauf führen, sollten wenn diese im Teich verlaufen abgestöpselt und mit Luft durchgeblasen werden, damit kein Wasser mehr in den Leitungen verbleibt.

Bei Koiteichen bzw. Teichen mit größerem Fischbestand sollte unbedingt die Filtertechnik auch im Winter 24 Stunden/ Tag durchlaufen. Durch die dauernde Strömung gefriert das Wasser in den Leitungen und im Filter nicht ein. Bei im Freien aufgestellten Filteranlagen ist eine zusätzliche Wärmedämmung mit Luftpolsterfolie oder ähnliches Dämmmaterial empfehlenswert um starke Abkühlung des Wassers und Eisbildung an weniger durchströmten Filterwänden

Der Teich sollte mit Luftsprudelsteinen, die in etwa der Hälfte der Teichtiefe liegen, belüftet werden. Dadurch wird auch ein Zufrieren der gesamten Wasseroberfläche verhindert und der Gasaustausch kann stattfinden.

Der Fisch uriniert das Siebenfache seines Körpergewichtes, ohne Filtrierung und Aufbereitung des Teichwassers würden die Kiemen Schaden nehmen und der Fisch verenden. Die Wassertemperatur am Teichboden bleibt in der Regel bei 4-6 °C durch die abstrahlende Bodenwärme konstant.

Erst ab 3°C wird der Fisch Schaden nehmen. Die meisten Fische, die im Winter verenden, sterben nicht wegen Unterkühlung, sondern ersticken an den Faulgasen. Deshalb sollten starke Sedimentsablagerungen im Herbst abgesaugt werden. Filterrückläufe sollten im Winter nicht über offene Bachläufe in den Teich zurückgeführt werden, da sich her das Wasser durch die Oberflächenführung zu stark abkühlt.

Bei Teichtiefen von mehr als 1,50 m Tiefe braucht man auch im Winter einen  Fisch- oder Koiteich nicht zu beheizen. Wenn die Filteranlage im Winter durchlaufen, muss darauf geachtet werden, dass die Pumpen permanent laufen.  Bei evt. Stromausfall fällt der Eisfreihalter durch die Lufteinströmung aus, der Teich und die Filteranlage werden zufrieren, Undichtigkeiten sind die Folge.

 

Wasserbecken und Brunnen mit stehendem Wasser sollten vor dem Winter entleert werden, um ein Platzen oder Sprengen der Wände zu verhindern. Falls keine Wasserablaufmöglichkeit  vorhanden ist, sollte der Trog nach dem Wasserauspumpen und vor den Endringen von Oberflächenwasser und regen durch eine Abdeckung geschützt werden. Bereits 10 cm Wasserstand in einem Granitbrunnenbecken kann zu einem Sprengen der Wände führen.

Pflanzgefäße, die über den Winter im Freien stehen, ob bepflanz oder unbepflanzt, sollten auf kleine Höcker gestellt werden, damit der Abfluss frei bleibt und nicht verstopft.

Bei fachgerechter Planung und Ausführung von Wasseranlagen im Garten, mit dem Hintergrundwissen über die Frosteinwirkung, ist eine rechtzeitige und sorgsame Einwinterung des Wasserobjektes leicht, sicher und schnell zu handhaben und verursacht nur geringe Kosten.